Wann der Sonntag wirklich der einzige Tag ist
Die meisten Anfragen für einen Sonntag kommen nicht von Menschen, die den Sonntag schön finden, sondern von Menschen, denen der Kalender keine Wahl gelassen hat. Der häufigste Fall ist die Übergabekette: Die alte Wohnung muss am Monatsletzten besenrein sein, die neue wird erst am ersten Werktag des Folgemonats übergeben, und dazwischen liegt ein Wochenende. Wer freitags noch arbeitet und samstags keinen Termin mehr bekommen hat, landet automatisch beim Sonntag.
Der zweite Fall ist der Schichtdienst. In Pflege, Gastronomie, Sicherheitsdienst und Logistik ist der freie Tag selten ein Dienstag. Wer nur alle zwei Wochen ein zusammenhängendes freies Wochenende hat, plant den Umzug dorthin, wo er hinpasst, und nicht dorthin, wo er am bequemsten wäre.
Der dritte Fall ist die kurzfristige Räumung. Ein Zwischenmietverhältnis endet, ein Nachmieter steht schon vor der Tür, eine Wohnung muss nach einem Todesfall geräumt werden, bevor die nächste Miete fällig wird. In diesen Fällen zählt jeder Tag, und ein verlorenes Wochenende kostet mehr als der Umzug selbst. Für genau diese Lagen halten wir den Sonntag offen, nicht als Werbeversprechen, sondern als Notausgang.
Was am Sonntag geht und was liegen bleibt
Der entscheidende Unterschied zu jedem anderen Tag ist der Lärm. Kartons tragen, Möbel im Zimmer verrücken, ein Fahrzeug beladen und zur neuen Adresse fahren, all das ist unauffällig und stört niemanden. Alles, was schlägt, rollt, dröhnt oder ratscht, fällt weg. Das ist keine Vorsicht aus Höflichkeit, sondern die Bedingung dafür, dass der Termin überhaupt bis zum Ende durchläuft, ohne dass jemand das Ordnungsamt ruft.
Praktisch bedeutet das für unsere Kräfte eine andere Arbeitsweise. Schwere Stücke werden zu zweit oder zu viert getragen, statt sie auf dem Rollbrett über den Innenhof zu schieben. Möbel werden in Decken gewickelt, nicht in raschelnde Folie. Türen werden nicht aufgekeilt und fallen gelassen, sondern festgestellt und leise geschlossen. Der Aufbau mit dem Akkuschrauber findet in der Wohnung statt, hinter geschlossener Tür, und nicht im Treppenhaus, wo jedes Geräusch fünf Etagen hoch läuft.
- Möglich: tragen, packen, beladen, fahren, abladen, Möbel in der Wohnung aufbauen
- Nicht am Sonntag: Möbellift, Rampe, Rollbretter über gepflasterte Höfe
- Nicht am Sonntag: Zuschneiden, Bohren oder Schrauben im Treppenhaus und im Hof
- Nicht am Sonntag: Sperrmüll im Hof stapeln oder Container beladen
- Heikel: sehr frühe Startzeiten, weil der Sonntagvormittag der empfindlichste Teil des Tages ist
| Leistung | Preis | Hinweis |
|---|---|---|
| Umzugshelfer ohne Fahrzeug | ab 25 € je Stunde | Mindestens zwei Stunden |
| Montagehelfer für Auf- und Abbau | ab 28 € je Stunde | Werkzeug bringen wir mit |
| Transporter mit Fahrer, 12 m³ | ab 44 € je Stunde | Fahrer packt mit an |
| LKW mit Fahrer, 21 m³ | ab 46 € je Stunde | Mit Hebebühne und Rampe |
| LKW mit zwei Umzugshelfern | ab 48 € je Stunde | Die gefragteste Zusammenstellung |
| Halteverbotszone, beide Adressen | ab 89 € | Antrag, Aufbau und Abbau enthalten |
Alle Beträge inklusive Mehrwertsteuer. Nach der kostenlosen Besichtigung steht der Preis fest und gilt dann als Festpreis. Hebebühne und Rampe bleiben am Sonntag ungenutzt.
Die drei Stolpersteine: Aufzug, Hausmeister, Halteverbot
Der erste Stolperstein ist der Aufzug. In vielen größeren Wohnanlagen lässt sich der Lastenaufzug nur mit einem Schlüssel oder einer Freigabe der Verwaltung nutzen, und in manchen Häusern ist er am Wochenende schlicht abgeschaltet. Wer das erst am Sonntagmorgen merkt, trägt vier Etagen zu Fuß, und aus sechs Stunden werden neun. Diese Frage klären wir deshalb bei der Besichtigung und nicht am Telefon zwischen Tür und Angel.
Der zweite Stolperstein ist die Erreichbarkeit. Hausmeister, Hausverwaltung und Vermieter sind am Sonntag in der Regel nicht ans Telefon zu bekommen. Was auch immer schiefgeht, ein blockierter Hofdurchgang, eine verschlossene Kellertür, ein Zahlencode, den niemand kennt, muss vor Ort gelöst werden. Deshalb fragen wir vorher nach Schlüsseln, Codes und Zufahrten und lassen uns lieber eine Frage zu viel beantworten.
Der dritte Stolperstein ist die Halteverbotszone. Sie lässt sich auch für einen Sonntag beantragen, und wir übernehmen den Antrag mit. Nur wird sie am Wochenende deutlich häufiger missachtet als an einem Dienstag, weil Anwohner ihr Auto abstellen und drei Tage nicht bewegen. Kommt es dann zum Umsetzen, dauert das am Wochenende länger als werktags. Wir stellen die Schilder daher so früh wie möglich auf und fotografieren die Situation, damit die Lage später nachweisbar ist.
Warum wir Ihnen zuerst den Samstag anbieten
Das klingt aus dem Mund einer Firma, die sonntags fährt, seltsam, ist aber die ehrliche Empfehlung. Am Samstag entfallen sämtliche Einschränkungen: Der Möbellift darf laufen, das Rollbrett darf über den Hof, die Kleinteile lassen sich im Baumarkt nachkaufen, und die Verwaltung geht bis mittags oft noch ans Telefon. Ein Umzug, der am Samstag sechs Stunden dauert, braucht am Sonntag ohne Lift und ohne Rollen schnell zwei Stunden länger, und diese Zeit bezahlen Sie.
Dazu kommt der soziale Teil. Am Samstag ist ein Umzug im Haus normal, am Sonntag ist er eine Ausnahme, die auffällt. Selbst wenn rechtlich alles sauber läuft, beginnt das Verhältnis zur neuen Nachbarschaft anders, wenn der erste Eindruck ein durchgehend besetzter Hausflur an einem Ruhetag ist.
Unser Vorschlag lautet deshalb fast immer: Samstag laden, Samstagabend fahren, Sonntag nur noch einräumen. Bleibt der Samstag verschlossen, weil die Übergabe anders liegt, ist der Sonntag die richtige Lösung und keine Notlösung zweiter Klasse. Wir sagen Ihnen nur vorher, worauf Sie sich einlassen.
Was ein Sonntagstermin kostet
Der Preis richtet sich nach Menge, Etage und Aufwand, nicht nach dem Wochentag. Abends und samstags gilt derselbe Stundensatz wie an einem Dienstagvormittag, und für den Sonntag führt unsere Preisliste ebenfalls keinen eigenen Aufschlag. Das ist kein Rabatt, sondern die Struktur: Wer an sieben Tagen geöffnet hat, hat keinen Grund, einen davon teurer zu verkaufen.
Was der Sonntag dagegen sehr wohl kostet, ist Zeit. Ohne Lift und ohne Rollhilfen dauert jede Etage länger, und wer nach Stunden abrechnet, sieht das auf der Rechnung. Bei einer Wohnung ab drei Zimmern in einem Altbau ohne Aufzug rechnen wir deshalb offen mit einem Aufschlag an Stunden und nicht am Stundensatz. Bei einem Festpreis nach Besichtigung ist dieser Mehraufwand bereits eingerechnet, und Sie zahlen am Ende genau die Summe, die im Angebot steht.
Ein Punkt zur Erreichbarkeit: Täglich von 11:00 bis 24:00 Uhr erreichbar, Sonntag eingeschlossen. Sie können also auch am Sonntagabend noch anrufen, wenn sich am Termin etwas verschiebt, und müssen nicht bis Montag warten.
So bereiten Sie einen Sonntagsumzug vor
Die Vorbereitung entscheidet über den Sonntag stärker als über jeden anderen Tag, weil sich unterwegs nichts mehr nachbessern lässt. Ein geschlossener Baumarkt verzeiht keinen vergessenen Karton und kein fehlendes Klebeband.
- Besichtigung vereinbaren und dabei Etage, Aufzug, Hofzufahrt und Kellerzugang festhalten
- Bei der Hausverwaltung schriftlich klären, ob der Aufzug am Wochenende freigeschaltet ist
- Halteverbotszone für beide Adressen beantragen, mindestens vier Werktage vorher
- Material vollständig in der Woche davor liefern lassen, inklusive Reserve an Kartons und Klebeband
- Einen Aushang ins Treppenhaus hängen, mit Datum und ungefährem Zeitfenster
- Werkzeug, Schrauben und Kleinteile am Vortag prüfen, weil am Sonntag nichts nachzukaufen ist
- Startzeit nicht in den frühen Vormittag legen, sondern in die ruhigere zweite Tageshälfte